Wie gründe ich einen Gebetskreis?
Wenn Du noch keine Erfahrungen mit Gebetskreisen hast, dann stellst du dir sicherlich viele Fragen.
Die wichtigsten Fragen möchten wir dir hier beantworten.
Zuerst einmal sollte dir bewusst werden, dass du dringend einen Gebetskreis brauchst, um den
Glauben treu im Alltag leben zu können.
Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen
Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten
unter ihnen. (Mt 18, 19-20)
Was muss ich tun?
Das Wichtigste ist: Fang einfach an, dich mit Gleichgesinnten regelmäßig zum Gebet zu treffen.
Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern die Treue, in der ihr zur Ehre Gottes zusammenkommt.
Wie oft?
Es ist gut, sich wöchentlich zur gleichen Zeit und am gleichen Ort zu treffen, damit sich eine
positive Routine entwickeln kann.
Wo?
Manche meinen, dass sich ein Gebetskreis nur in der Kirche treffen darf. Das ist aber nicht richtig.
Da man mit wenigen Leuten in einer Kirche oft so verloren ist und auch gehemmt ist, sich frei auszutauschen,
sollte man sich in einem Raum (Haus, Wohnung) treffen, wo man selbst ungestört beten kann.
Wichtig ist es, in diesem Raum eine Atmosphäre des Gebetes zu schaffen, z.B. mit einem Kreuz in
der Mitte, einer Ikone und einer Kerze. Wenn die Gruppe groß genug und gefestigt ist, dann kann es
gut sein, sich in einer Kirche zu treffen.
Schließe Störungen nach Möglichkeit im Vorfeld aus. Beliebte Störungen sind Telefon und Handy.
Zieh einfach den Stecker aus der Dose, schalte das Handy aus, und du bist frei.
Was sollen wir beten?
Betet so, wie ihr könnt, und lasst euch von der Muttergottes weiterführen. Bleibt nicht beim
einmal Erreichten stehen.
Rosenkranz: Nach einem bewussten Beginn des Gebetskreises mit kurzer Stille und dem
Kreuzzeichen, sollte ein Rosenkranz gebetet werden. Es ist gut, wenn immer ein anderer ein
Gesätz vorbetet, und zu Beginn frei eine kleine Betrachtung zum Geheimnis betet.
Lobpreis: Wenn möglich, sollte man gemeinsam Gott loben und preisen,
mit Liedern und auch mit freiem Lobpreis. Wenn ihr niemanden habt, der Gitarre spielen kann,
dann betet darum.
Freies Gebet: Dieser Punkt ist ganz wichtig, kostet aber am Anfang
viel überwindung. Ihr solltet lernen, frei zu beten - Gott euren Dank und eure Bitten laut zu
sagen. Beim freien Gebet sollte sich nach Möglichkeit jeder einbringen, z.B. Gott danken für das,
was man in der vergangenen Woche erlebt hat. Fürbitten kommen meist leichter, aber man sollte
das Danken nicht vergessen. Wenn es beim freien Gebet mal still wird, ist es nicht schlimm und
auch nicht peinlich, mal eine Minute in Stille auszuhalten. Betet aber auch im Stillen weiter.
Bibel und Botschaft: Zum Abschluss des freien Gebetes empfiehlt es sich,
dass der Leiter des Gebetsabends den Hl. Geist um eine Stelle aus der Bibel bittet. Danach schlägt
einer die Bibel auf. Es empfiehlt sich für den Anfang, nur das Neue Testament zu benutzen.
Da wir glauben, dass auch die Muttergottes durch die Botschaften von Medjugorje uns Anweisung zum Glaubensleben
geben will, schlagen wir zusätzlich eine Botschaft auf. Die Botschaft kann auch von jemand anderen
aufgeschlagen werden. Botschaft und Bibelstelle werden zweimal laut vorgelesen.
Nach einigen Minuten Stille, in der möglichst jeder in eigener Bibel und eigenem Botschaftenbuch
die Texte betrachtet und schaut, was ihn davon persönlich anspricht, tauscht man sich darüber aus.
Dabei sollte jeder etwas sagen. Es geht nicht darum, tolle theologische Aussagen zu machen,
sondern jeder soll sagen, was ihn angesprochen hat und warum.
Diskussionen haben in einem Gebetskreis absolut nichts verloren! Jeder darf sagen, was er denkt
und fühlt, ohne Angst haben zu müssen: "Jetzt werde ich verbessert!". Darauf sollten Gebetskreisleiter
streng achten, und bei Verstößen sofort eingreifen, da sonst das Vertrauen innerhalb der Gruppe Schaden
nehmen kann.
Schlussgebet: Wenn keiner mehr etwas sagen möchte, kann man mit einem
kurzen freien Gebet, einem Weihegebet an die Muttergottes, oder einem Vaterunser den Gebetskreis
beenden.
Wird ein Gebetskreisleiter gebraucht?
Es ist gut, wenn jeder Gebetsabend von einem Leiter geführt wird. Dieser kann von Woche zu Woche
neu bestimmt werden, so dass mehrere Mitglieder mal in die Verantwortung genommen werden, oder
es kann eine feste Person sein, die schon über Erfahrung im geistlichen Leben verfügt und nicht
frisch bekehrt ist. Bei einem festen Leiter ist es wichtig, dass er nicht meint alles alleine
machen zu müssen, sondern dass er die anderen Mitglieder des Gebetskreises animiert, sich
einzubringen. Er sollte auch ein offenes und positives Verhältnis zu allen Mitgliedern haben.
Vorurteile zerstören die Einheit im Gebet.
Gibt es Probleme, besonders zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern, dann soll jeder dies zuert
im Gebet vor Gott tragen, und dann sprecht liebevoll darüber. In 90% der Fälle handelt es sich
nur um Missverständnisse, die leicht geklärt werden können. Verschweigen und Wegbleiben ist keine
Lösung!
Das Wichtigste zum Schluss:
Betet, betet, betet, bis das Gebet euch zur Freude wird! Den Rest überlasst der Führung des Himmels,
denn er möchte, dass ihr gemeinsam betet.
Von der Macht des gemeinsamen Gebetes lesen wir an vielen Stellen der Apostelgeschichte
(Apg 4,23-31; 12,6-13; 16,22-28).
Das Christentum war von Anfang an auf gemeinschaftliches Gebet ausgerichtet:
Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den
Frauen und mit Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern.
Wenn ihr Fragen habt, dann meldet euch. Viele von uns haben langjährige Erfahrung
mit Gebetskreisen und stehen euch gerne mit Rat und Tat zur Seite.
info@totus-tuus.de
|