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Spiritualität: persönliches Gebet

Karl Rahner sagt: "Der Christ von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat, oder er wird nicht mehr sein." Heute leben wir in einer Welt großen Fortschritts, doch in vielen Bereichen wird Gott ausgeklammert. Die neue Welt, die wir mit eigenen Kräften schaffen, ist eine Welt ohne Gott und deshalb sind viele Menschen orientierungslos und unzufrieden.

Auch viele Mitglieder unserer Gemeinschaft haben das erfahren. Aus der Leere und Sinnlosigkeit des Lebens heraus kam der Schrei: "Gott, wenn es dich gibt, dann offenbare dich mir." Es war der Beginn einer Freundschaft mit Gott.

Um mit jemandem befreundet zu sein, muss man sich treffen, miteinander reden, zuhören, sich anschauen. All das ist - auf Gott bezogen - Gebet.

Gebet beginnt, wenn ich glaube, dass Gott da ist, dass er mich kennt und mit Liebe auf mich schaut. "Christus hat uns gern und er liebt uns immer! Er liebt uns auch dann, wenn wir ihn enttäuschen. Er umarmt uns immer in seiner Barmherzigkeit." (Johannes Paul II.)

Jeder Gläubige kann beten. Gebet ist ein Aufschwung des Herzens, ein Blick oder Wort inmitten von Freude oder Leid. Gebet heißt aber auch, sich am Tag eine bestimmte Zeit zu nehmen, die Gott allein gilt - auch wenn es zu Beginn nur 5 Minuten sind.

Eine Gefahr unserer Zeit ist, sich im Aktivismus und dem Materiellen zu verlieren, sogar im religiösen Bereich. Wir glauben, dass jedes Apostolat sein Fundament im Gebet, in Christus hat "Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt." (Joh 15, 4) Dem Aufruf zur Neuevangelisierung können wir folgen, wenn wir in einer tiefen Einheit mit Jesus in Maria leben. "Liebe Jugendliche, liebt die Stille! Die Einsamkeit mit Christus ist nie Isolierung, sondern geheimnisvolle Anwesenheit bei allen." (Johannes Paul II)

Maria ist für uns das Vorbild einer großen Beterin, einer Hörenden. An ihrer Hand lernen wir, Jesus und sein Leben im Rosenkranz anzuschauen. Ausgehend vom meditativen Betrachten der Geheimnisse werden wir ruhig und fähig, auf Gott zu hören.



Durch das Gebet wird man immer tiefer die Liebe Gottes erkennen und erfahren. Dadurch wird das Vertrauen wachsen, bis man fähig ist, sein Leben ohne Angst in Gottes Hände zu legen. Im Laufe der Zeit wird die Freundschaft wachsen und Gott wird sich offenbaren. Im Gebet, in der Einheit mit Gott, werden wir große Freude erfahren, wir werden glücklich sein. Zum Schluss ein Wort aus Medjugorje: "Liebe Kinder, wenn ihr wüsstet, welche Gnaden euch Gott im Gebet gibt, würdet ihr Tag und Nacht beten."

 
 
 
 

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